Bauarbeiten

Wir sind inzwischen schon seit knapp einem Monat in Kenia und durften schon viele Einblicke in die täglichen Arbeiten auf der Baustelle erhalten. Dabei wird uns einmal mehr vor Augen geführt, wie gross Alices Arbeitsaufwand ist. Sie leitet die Bauarbeiten, besorgt die Materialien, überprüft Lieferungen vor Ort, teilt die Arbeitenden auf der Baustelle ein und und und… Ganz zu schweigen von ihrer Funktion als Schulleiterin bei Safisha. Wir ziehen in diesem Zuge alle unsere Hüte vor ihr und sagen: HONGERA!

Der Vorarbeiter auf der Safisha-Baustelle ist John (auch genannt: Baba Alice). Er lebt in Mowlem und ist der Grossvater von einem der Schulkinder. Normalerweise sind die Hälfte der Angestellten auf der Baustelle gelernte Handwerker. Die restlichen Arbeitenden sind jeweils Eltern der Safisha-Kinder und stehen den Handwerkern zur Seite. Bauarbeiten in Kenia werden meistens in Form von Tageslohnarbeiten abgewickelt. Alice gewährleistet stets den Eltern, welche morgens vor der Baustelle auf eine Arbeit warten, den Vorrang. Somit können die Familien unterstützt und die Community gestärkt werden. Es ist sehr beeindruckend, zu sehen, wie alle motiviert mitanpacken.

Viele Abläufe auf der Baustelle sind unseren westlichen Gewohnheiten vollkommen fremd und bringen hie und da verschiedene Herausforderungen mit sich. Beispielsweise wurde kürzlich eine Ladung Sand mit einem LKW geliefert. Sofort versammelten sich viele Locals mit Schaufeln und warteten auf die Arbeitsanweisungen für das Entladen des Sandes, um einen entsprechenden Lohn zu erhalten. Die Bezahlung dieser Arbeit lag nicht in Alices Verantwortung, sondern in derjenigen des Lieferanten. Es begannen sogleich Lohnverhandlungen unter den Beteiligten. Die Diskussionen waren sehr hitzig und bald kam heraus, dass der Lieferant die Männer für einen viel zu kleinen Lohn arbeiten lassen wollte. Da sie dies ablehnten, drohte der Lieferant mit der Polizei. Leider hätte die Anwesenheit der Polizei in diesem Zusammenhang bedeutet, dass die Arbeitnehmenden letzten Endes den Kürzeren ziehen würden. Deshalb griff Alice ein und forderte den Lieferanten dazu auf, seinen Sand wieder mitzunehmen. Nach langem und heftigem Diskutieren setzte sich Alice schliesslich durch und die Arbeitenden wurden angemessen entlohnt.

Für uns ist es eine zwar nervenaufreibende, doch auch spannende und schöne Erfahrung endlich nah bei dem Bau der neuen Schule dabei zu sein. Auch wenn wir während der ersten Monate des Baus stets viel und offen mit Alice kommuniziert haben, schwirrten uns primär Zahlen und Organisatorisches durch den Kopf. Die Anwesenheit vor Ort hat nun eine neue Perspektive in den Vordergrund gerückt. Wir erfahren direkt, wie die Spenden, welche für den Bau aufgewendet werden, nicht nur dazu dienen, dass das Gebäude wächst, sondern die ganze Community gestärkt wird. Viele Familien werden durch die Möglichkeit, auf der Baustelle zu arbeiten, unterstützt. Selbst das Geld, welches für Materialien aufgewendet wird, bleibt meistens bei kleinen Unternehmen in Mowlem. Nicht zuletzt spüren wir hier in Nairobi die ganze Dimension des Safisha-Bauprojekts und sind sehr froh, mitten im Geschehen zu sein.

Wir halten euch auf dem Laufenden und sind nach wie vor dankbar um jegliche Unterstützung. Deshalb: spread the word! 🙂

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