Endspurt

In den vergangenen Wochen wurde nochmals richtig Gas gegeben und wir können noch gar nicht fassen, wie weit das Schulbauprojekt nun schon fortgeschritten ist.

Die Bilder sprechen für sich…

Trotzdem sind noch einige Arbeiten zu erledigen, bevor das Schulhaus in Betrieb gesetzt werden kann. Wir stecken aktuell in den Vorbereitungen unserer nächsten grossen Velotour, welche wieder als Spendenaktion gestaltet wird. Damit hoffen wir, dass die noch fehlenden Kosten bald abgedeckt werden können und Safisha in naher Zukunft ein neues Zuhause bekommt. Alle Informationen zur Velotour findet ihr auf unserer Webseite. Zudem werden wir euch diesbezüglich in diesem Blog auf dem Laufenden halten.

Bauarbeiten

Wir sind inzwischen schon seit knapp einem Monat in Kenia und durften schon viele Einblicke in die täglichen Arbeiten auf der Baustelle erhalten. Dabei wird uns einmal mehr vor Augen geführt, wie gross Alices Arbeitsaufwand ist. Sie leitet die Bauarbeiten, besorgt die Materialien, überprüft Lieferungen vor Ort, teilt die Arbeitenden auf der Baustelle ein und und und… Ganz zu schweigen von ihrer Funktion als Schulleiterin bei Safisha. Wir ziehen in diesem Zuge alle unsere Hüte vor ihr und sagen: HONGERA!

Der Vorarbeiter auf der Safisha-Baustelle ist John (auch genannt: Baba Alice). Er lebt in Mowlem und ist der Grossvater von einem der Schulkinder. Normalerweise sind die Hälfte der Angestellten auf der Baustelle gelernte Handwerker. Die restlichen Arbeitenden sind jeweils Eltern der Safisha-Kinder und stehen den Handwerkern zur Seite. Bauarbeiten in Kenia werden meistens in Form von Tageslohnarbeiten abgewickelt. Alice gewährleistet stets den Eltern, welche morgens vor der Baustelle auf eine Arbeit warten, den Vorrang. Somit können die Familien unterstützt und die Community gestärkt werden. Es ist sehr beeindruckend, zu sehen, wie alle motiviert mitanpacken.

Viele Abläufe auf der Baustelle sind unseren westlichen Gewohnheiten vollkommen fremd und bringen hie und da verschiedene Herausforderungen mit sich. Beispielsweise wurde kürzlich eine Ladung Sand mit einem LKW geliefert. Sofort versammelten sich viele Locals mit Schaufeln und warteten auf die Arbeitsanweisungen für das Entladen des Sandes, um einen entsprechenden Lohn zu erhalten. Die Bezahlung dieser Arbeit lag nicht in Alices Verantwortung, sondern in derjenigen des Lieferanten. Es begannen sogleich Lohnverhandlungen unter den Beteiligten. Die Diskussionen waren sehr hitzig und bald kam heraus, dass der Lieferant die Männer für einen viel zu kleinen Lohn arbeiten lassen wollte. Da sie dies ablehnten, drohte der Lieferant mit der Polizei. Leider hätte die Anwesenheit der Polizei in diesem Zusammenhang bedeutet, dass die Arbeitnehmenden letzten Endes den Kürzeren ziehen würden. Deshalb griff Alice ein und forderte den Lieferanten dazu auf, seinen Sand wieder mitzunehmen. Nach langem und heftigem Diskutieren setzte sich Alice schliesslich durch und die Arbeitenden wurden angemessen entlohnt.

Für uns ist es eine zwar nervenaufreibende, doch auch spannende und schöne Erfahrung endlich nah bei dem Bau der neuen Schule dabei zu sein. Auch wenn wir während der ersten Monate des Baus stets viel und offen mit Alice kommuniziert haben, schwirrten uns primär Zahlen und Organisatorisches durch den Kopf. Die Anwesenheit vor Ort hat nun eine neue Perspektive in den Vordergrund gerückt. Wir erfahren direkt, wie die Spenden, welche für den Bau aufgewendet werden, nicht nur dazu dienen, dass das Gebäude wächst, sondern die ganze Community gestärkt wird. Viele Familien werden durch die Möglichkeit, auf der Baustelle zu arbeiten, unterstützt. Selbst das Geld, welches für Materialien aufgewendet wird, bleibt meistens bei kleinen Unternehmen in Mowlem. Nicht zuletzt spüren wir hier in Nairobi die ganze Dimension des Safisha-Bauprojekts und sind sehr froh, mitten im Geschehen zu sein.

Wir halten euch auf dem Laufenden und sind nach wie vor dankbar um jegliche Unterstützung. Deshalb: spread the word! 🙂

Besuch der Baustelle von Carmen & Paul

Da sind wir, also. Nairobi. Lange ist‘s her, dass einer von uns zuletzt hier war. Natürlich hat sich vieles verändert. Eine Veränderung aber interessiert uns am meisten und so sitzen wir am Tag nach unserer spätabendlichen Ankunft zusammen mit der Schulleiterin Alice und ihrem Sohn Willy im Auto auf dem ruckeligen Weg in Richtung Mowlem. Willy und Alice sind wohl ebenso aufgeregt wie wir es sind. Die Gegend, in der das neue Schulgebäude steht, kennen wir bereits, da es in unmittelbarer Nachbarschaft zum bisherigen Schulhaus steht. Es herrscht wie immer buntes Treiben. Kinder drängen sich um kleine Shops herum, es wird gehandelt, Waren werden auf Handkarren transportiert, auf kleinen selbstgebauten Grills brutzeln Maiskolben und Hühnchen vor sich und aus allen Ecken wummert Musik. Die Straße wird schlechter, es liegt viel Plastikmüll in der Gegend herum und schließlich halten wir vor einem Gebäude, das uns riesig erscheint und von dem Alice und Willy behaupten, es sei die neue Schule. Wir sind ziemlich fassungslos und ungläubig, doch dann öffnet sich eine Tür im Blechzaun, der das ganze Grundstück umgibt, und eine Frau, die dort momentan auf dem Bau beschäftigt ist, lässt uns hinein. Das Gebäude befindet sich kurz vor Abschluss der vorletzten Bauphase. Das heißt, die Grundarbeiten wie beispielsweise das Hochziehen der Mauern, die Verlegung von Leitungen oder das Einsetzen der Fenster stehen kurz vor der Fertigstellung. Danach muss allerdings noch einiges geschafft werden, bis das Haus beschulbar wird. Dazu zählen Arbeiten wie das Verputzen und Streichen der Wände, die Installation von Wassertanks auf dem Dach, einschließlich der dazugehörigen Pumpe oder das Anbringen von Toiletten und Waschbecken. Alice führt uns durch die Räume, von denen sie bereits eine genaue Vorstellung hat, was dort einmal stattfinden wird. So schauen wir aus dem Fenster des Klassenraums der Pre-Unit oder betrachten die Vorrichtung für Stromleitungen im Office. Die Details der Planung sind genaustens mit dem Bildungsministerium abgestimmt, was zwar viel Arbeit war, aber sehr ratsam ist in einem Land, in dem leider oftmals Korruption und Willkür auf behördlicher Ebene herrschen. Alice führt uns durch die drei Stöcke des Baus und schließlich auf das Dach, von dem aus wir Mowlem überblicken können, das einersteits durch Dust-Roads, Wellblechhütten und Bauruinen auffällt, andererseits durch ein lebendiges Durcheinander, in dem Kinder auf der Straße spielen, Hunde vor kleinen Metzgerbetrieben auf Reste hoffen und trotz der enormen Armut viel Gutherzigkeit in der Luft liegt. Das Haus, auf dessen Dach wir stehen, wird einmal mehr sein als eine Schule. Alice spricht vom „Safisha Center“, wo Kinder nebst Schulbildung und Ernährung eine praktische Ausbildung erfahren, die es ihnen ermöglichen soll, da draußen einen Job zu finden und Geld zu verdienen, um sich eine selbstständige und freie Existenz aufzubauen. Wir sind sehr mitgerissen von Alices Visionen für diesen Ort und wenn wir uns überlegen, dass wir dort oben gerade auf dem Dach eines 3-stöckigen Gebäudes stehen, von dem vor einem Jahr nicht einmal der Grundstein lag, sind wir uns irgendwie gewiss, dass das alles genau so passieren wird. Wir haben mit dem Bau des neuen Schulgebäudes ein Projekt gestartet, mit dem wir uns alle auf Neuland begeben haben. Zudem befindet sich dieses Neuland in einer der schwierigsten Umgebungen, die man sich vorstellen kann. Alice erzählt von Korruption, wie sie sich zunächst weigerte gewisse Bribes, wie die Schmiergelder hier genannt werden, zu zahlen, um schließlich in einer Gefängniszelle einsehen zu müssen, dass es ohne sie nicht geht. Dazu kommt der ganze Organisationsaufwand auf der Baustelle. Es sind Arbeiter verschiedenster Fachrichtungen beteiligt, es müssen Rechnungen geprüft, Material nachgezählt und Kostenvoranschläge ausgehandelt werden. Dazu ist Alice zum Teil selbst zu den Zulieferern gefahren, um Bestellungen zu prüfen. Sie wurde mit irrsinnigen Geldforderungen konfrontiert und musste schnell feststellen, dass ihre ständige Präsenz auf der Baustelle unerlässlich ist, wenn nicht Unsummen versickern sollten. Ein knappes Jahr nach Baubeginn zeigen uns Alice und Willy, was sie geschafft haben und es klingt durch, dass es für sie eine harte Zeit war. Sie sind stolz auf das, was sie dort geleistet haben, aber entschuldigen sich vorsichtig, dass das Gebäude nicht schon fertig ist. Was wir dort sehen, übertrifft unsere Vorstellung davon, in welchen Dimensionen sich der Bau bewegt. Wir sehen ein monumetales Gebäude, das zwar noch in Kinderschuhen steckt, aber bereits von Visionen beseelt ist. Wir sind voller Hoffnung und Entschlossenheit, das Projekt Schulbau in seiner letzten Phase voran zu bringen und den Weg für das Safisha Center in Mowlem zu ebnen. Wir halten euch auf dem Laufenden in Bild und Text.

Baubeginn

Bei Safisha ist in den letzten Monaten viel passiert. Die Zeiten sind von diversen Schwierigkeiten geprägt. Die Lebenskosten in Kenia sind bis zu vier Mal so hoch als vor der Pandemie, Arbeit zu finden ist schwieriger denn je und Existenzängste gehören zum Alltag.

Trotzdem war es inzwischen möglich, das Projekt Schulbau weiter voran zu treiben. Die Bauarbeiten laufen seit Juni auf Hochtouren. Dies ist allerdings auch bitternötig. Die Kinder, welche die aktuelle Safisha Schule besuchen dürfen nämlich momentan keine Prüfungen mehr ablegen, da die Schule die neuen kenianischen Abstandsbestimmungen nicht einhalten kann. Im Folgenden ein paar Impressionen vom Bau:

Wir sind überwältigt, wie weit das Projekt inzwischen fortgeschritten ist und sind jedoch trotzdem dringend auf weitere Unterstützung angewiesen, damit die Kinder weiterhin eine unentgeltliche Schulbildung erhalten können.

Kontaktiert uns gerne für Anregungen, Ideen für Unterstützungsmöglichkeiten oder weitere Fragen zum Projekt. Jede Unterstützung zählt – Spendenbeiträge können gerne auf das Vereinskonto von „Support For Safisha Africa“ einbezahlt werden (https://supportsafisha.org/spenden/).

Vielen herzlichen Dank für eure Unterstützung!

Online-Vortrag

Gerne laden wir euch ein, an unserem online-Vortrag am Mittwoch, 5. Mai um 19:30 Uhr teilzunehmen.

Der Vortrag wird vom Berlinprojekt (evangelische Kirche in Berlin) veranstaltet, ist jedoch öffentlich zugänglich. Carmen und Paul ermöglichen einen Einblick ins Projekt und berichten über die Vereinsarbeit von SFSA.

Hier sind zusätzliche Informationen zum Vortrag zu finden.

Die Zugangsdaten lauten folgendermassen:
https://zoom.us/join
Meeting-ID: 955 3677 2012
Kenncode: 948121

Direktlink: https://zoom.us/j/95536772012?pwd=RTZ5WkRreWoweXk3SnhnZXNTRUxodz09

Wir freuen uns auf viele interessierte Teilnehmer*innen 🙂

Partnerschule Zehntenhof

Seit Sommer 2020 ist die Primarschule Zehntenhof in Wettingen (AG) eine offizielle Partnerschule der Safisha Schule. Carmen durfte heute in fünf verschiedenen Klassen das Projekt vorstellen und mit Bildern und Videos vom Alltag bei Safisha berichten. Die Jugendlichen haben durch die Partnerschaft die Möglichkeit, einen Einblick in eine andere Kultur zu erhalten und können ein Verständnis dafür aufbauen, wie das Leben in ärmeren Regionen aussieht. Durch die Spendenaktionen können sie direkt erleben, wie viel ihr Engagement bewirken kann.

Die Jugendlichen konnten es kaum erwarten, nun ihre eigenen Spendenaktionen durchzuführen. Sie sind schon fleissig mit der Planung beschäftigt und wir sind sehr gespannt auf die Umsetzungen.

Schon jetzt ein herzliches Dankeschön für eure vielen kreativen Ideen und eure grosse Motivation, die Kinder bei Safisha zu unterstützen! 🙂

Erste Schulwoche im neuen Jahr

Das neue Schuljahr 2021 startete in Kenia am 4. Januar. Zum ersten Mal seit vergangenem März durften wieder alle Kinder zeitgleich in die Schule kommen. Safisha ist sehr bemüht, die staatlichen Vorschriften bezüglich der Pandemie zu befolgen. Direkt zum Schulstart kam die „Administration Chief“ der Region, um zu überprüfen, ob in der Schule alle Massnahmen korrekt eingehalten werden.
Trotz der nach wie vor schwierigen Situation kann Safisha also gut ins neue Jahr starten und ein Stück Normalität in der Schule zurückerlangen.

Herzlich willkommen

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<3 – lichen Dank für dein Interesse und bis bald!