Kolumbien

Vor ein paar Tagen haben wir Kolumbien hinter uns gelassen und sind nun schon in der ecuadorianischen Hauptstadt Quito.

Anstatt einen langen Bericht zu schreiben haben wir euch ein Video von unserem ersten Monat auf dem Fahrrad zusammengeschnitten.

Ecuador bietet viele neue Szenerien, eine ähnliche und doch andere Kultur, einige für unsere Velos herausfordernde „Strassen“ und beträchtliche Berge und Vulkane. Darüber werden wir gerne im nächsten Blogbeitrag berichten.

Zunächst wollen wir euch aber auf eine Kleinigkeit aufmerksam machen. Denn sogar in Ecuador stehen leuchtende Schneemänner an der Strasse, die Läden sind bis in die hinterste Ecke mit Weihnachtsdekoration ausgestattet und der künstliche Schnee steht bereit. Falls Europa euch also alle diese Hinweise noch nicht gegeben hat: die Weihnachtszeit steht vor der Tür!

Um der westlichen Konsumorientierung dieser Zeit etwas zu entkommen, gibt es vielleicht auch bei euch die Gelegenheit, das eine oder andere Geschenk zu überdenken und stattdessen einen Beitrag an ein gemeinnütziges Projekt zu leisten. Ganz nebenbei: eine Spende an Safisha kann sogar von den Steuern abgezogen werden…

Und wenn doch das eine oder andere Weihnachtspäckli an eure Liebsten nicht wegzudenken ist, wäre vielleicht sogar eines unserer Lunchtüecher eine Option, mit welchem ihr sowohl ein gutes Projekt unterstützt wie auch euren Freund*innen eine Kleinigkeit schenken könnt.

Wir hoffen, Safisha so unterstützen zu können, dass sie gut und zuversichtlich ins neue Jahr starten können und danken euch herzlich für eure riesige und wertvolle Hilfe.

1000km on the road

Liebe SFSA-Freund*innen

Umgeben von schrägen Halloweenkostümen und schmuckbeladenen Lamas, auf denen Kinder reiten, freuen wir uns über die ersten 1000 km auf dem Rad. Wir sind in Popayán, im Süden Kolumbiens, angekommen und gönnen uns einen fahrradfreien Sonntag.

In der letzten Woche ging es endlich auch mal mehr oder weniger geradeaus. Wir fuhren zwischen Zuckerrohrfeldern und Bambuswäldern und fanden Unterkunft in netten, kleinen Städtchen, die unseren Weg kreuzten. Das Zelt blieb dabei leider unausgepackt mangels Camp-Möglichkeiten. Wegen der Regenzeit kamen wir allerdings nicht immer ganz trocken oder auch klitschnass ans Ziel, weshalb uns ein trockenes, bescheidenes Dach über dem Kopf manchmal durchaus gelegen kam.

Ab morgen lassen wir die Hauptstrasse links liegen und nehmen Berge bis 3200 Meter über Meer, Nationalparks und etwas Schotterpiste auf unserem Weg nach Pasto ins Visier. Unsere letzte kolumbianische Etappe hat begonnen, bevor es über die Grenze nach Ecuador geht.

Grüsse aus Hemdsärmeln bei 28 Grad Sonnenschein.

Buenas tardes chicos

Während sich die unzähligen Medellíner Bars langsam mit schickem Publikum füllen, legen wir die schweren Beine hoch. Auf der winzigen Dachterrasse unserer kleinen Absteige lässt sich die erste Etappe unserer Tour gemütlich Revue passieren. 7 Tage auf dem Rad, von Bogotà nach Medellín, knapp 6000 Höhenmeter, ellenlange Abfahrten in die schönsten Urwald-Täler, zwei Platten, einzelne Sintflut-artige Regenfälle, lärmende Trucks und eine Menge Reis, Bohnen und Eier. Kolumbien hat uns herzlichst empfangen. Ob in der Stadt oder auf dem Land, überall stiessen wir auf die gastfreundlichsten und hilfsbereitesten Menschen. Dazu überwältigte uns die Natur in den Andenausläufern. Das Land grünt und blüht und trägt die exotischsten Früchte wohin das Auge blickt. Zwischen Bananenbäumen und Palmengewächsen schlugen wir entweder unsere Zelte auf oder übernachteten in kleinen Zimmern, deren Vermietung an Reisende ein gutes Geschäftsmodell für viele Familien in den Bergen ist. Unser Schlafrhythmus hat sich dabei, verglichen mit gar nicht allzu lang zurückliegenden Zürcher Gastro-Nächten, stark nach vorne verschoben. Die Sonne geht hier bereits um 17.30 Uhr unter und eine halbe Stunde später ist es stockduster draußen. Bei Kerzenlicht und unserem tatsächlich sehr gemütlichen elektronischen Lagerfeuerschein kochten wir meist kurz nach Einbruch der Dunkelheit ein mehr oder weniger nahrhaftes Abendessen, sofern es uns gelang den Benzinkocher ans Laufen zu bringen. Doch auch seine Handhabung glückt uns immer besser, wie so einiges, was das Radlerleben mit sich bringt und wir uns wieder aneignen müssen. Dazu zählt etwa das konsequente Verstauen all unserer Habseligkeiten in wasserfeste Säcke, wenn wir uns abends ins Zelt legen, oder daran zu denken, stets ein paar Kekse in der Lenkertasche zu haben für den Fall, dass ein kleiner Zucker-Booster beim nächsten kilometerlangen Anstieg nötig wird.

Für heute lassen wir die Kekse aber erstmal Kekse sein und stoßen mit einem guten Club Colombia Roja auf den erfolgreichen Start unserer Fahrrad-Reise an. Wir sind voller Vorfreude auf die nächste Etappe und fühlen uns bereits ein wenig verloren ohne Sattel unterm Füdli.

Auf Hochtouren

Ende September. Einmal kurz umgedreht und plötzlich ist es Herbst in Europa. Der Wollpulli wurde bereits gewissenhaft entfusselt. Schal und Mütze tragen sich zwar noch etwas sperrig, doch die Eindrücke aus einem der heißesten Sommer seit es Hitze gibt verblassen zügig. Man erwischt sich beim Gedanken, ob die kleine Studi-Bude nicht auch mit Kerzen zu erhellen wäre, aber möchte auch nichts schwarzmalen.

In Kenia wurde die Bevölkerung unterdessen wieder einmal an die Urnen gebeten, um in höchst fragwürdiger Manier das neue Staatsoberhaupt zu bestimmen. Das politische Klima im Land ist drückender als der Gaspreisdeckel. Die Preise für so ziemlich alles stagnieren auf einem viel zu hohen Niveau und die Korruption frisst sich immer hemmungsloser durch alle Bereiche des öffentlichen Lebens.

Bei Safisha haben wir damit unsere Sorgen dieser Tage, da der Behördenwahnsinn grassiert und uns das Leben schwer macht. Carmens und Pauls Präsenz zu Beginn diesen Jahres ist in Mowlem, rund um das neue Schulgebäude, nicht unbemerkt geblieben. Alice wird seither schamlos von jeder Art “Offiziellen“ bedrängt, die mit Verordnungen, angeblichen Genehmigungen und Bußbescheiden herumfuchteln und Kasse machen wollen. Meistens stecken ein paar Richter mit drin, um die Leute schnell und chancenlos auszunehmen. Uns besorgen diese Entwicklungen ernsthaft. Allzu deutlich haben wir Alice Kidnapping im letzten Sommer vor Augen, das aus eben einer solchen Situation heraus entstand. Nie wieder darf es passieren, dass Alice ins Gefängnis gesteckt wird. Leider müssen wir uns den Realitäten stellen und diese sprechen eine eindeutige Sprache: Zahlen oder Knast. Wer in einem funktionierenden Rechtsstaat aufwuchs, tut sich schwer mit solchen Erkenntnissen und es fühlt sich wie ein großes Opfer an, korrupt-kriminellen Strukturen nachzugeben. Was mit dem ganzen Geld alles für die Kinder getan werden könnte, mögen wir uns gar nicht ausmalen. Aber resignieren hilft auch nichts, deshalb kommen wir jetzt zum schönen Teil dieser Ankündigung, dem sie ihre Überschrift verdankt. Carmen und Paul gehen auf grosse Fahrradtour. Mit der Aktion Cycle For Safisha Africa 2 knüpfen wir an unsere erste erfolgreiche Fundraising-Tour im Jahr 2017 an, aus der schliesslich unser kleiner Verein hervorging. Mit zwei Mitradelnden durchqueren wir diesmal den südamerikanischen Kontinent von Nord nach Süd. Wir gehen also back to the roots! Oder besser biken back to the roots. Auch dieses Mal dokumentieren wir unsere Abenteuer. Wir starteten bereits einen Bild-Blog bei Instagram und werden euch ebenfalls über diesen Newsletter auf dem Fahrradfahrenden halten. Auch hat Carmen es schon in zwei Lokalblättchen im Raum Winterthur geschafft, was unserer Reichweite sehr zugute ḱam. In diesem Sinne seid auch ihr herzlichst aufgefordert, euren Freund*innen, Verwandten und Kolleg*innen von CFSA2 zu erzählen!

Unser Ziel ist es, diese Aufmerksamkeit zu nutzen, um interessierten Menschen Safisha vorzustellen und näherzubringen. Natürlich sammeln wir auch Spenden. Denn trotz den gegenwärtigen Turbulenzen, wird der Tag kommen, an dem das neue Schulhaus öffnet. Bis dahin müssen wir noch die Innenausstattung finanzieren, die Küche, Schulmaterialien und Lehrmittel. Ganz fantastisch wäre es, wenn wir außerdem ein paar neue Mitglieder für unseren Verein gewinnen könnten, denn nachhaltige Unterstützung bedeutet für uns vor allem, die monatlichen Kosten bei Safisha zu decken. Wir freuen uns auf die bahnbrechende Eindrücke in den Anden, auf den Staub der Trucks, die die Pan-Americana unsicher machen, auf Guaven und Mangobäume, auf Alpakas und Lamas und darauf, den Unterschied zwischen beiden zu lernen, auf ein halbes Jahr Camping, auf den ersten Einsatz unseres nigelnagelneuen Benzin-Kochers und auf die Stille unter weiten Sternenhimmeln im ganz-und-garen Nirgendwo. Ein spannendes halbes Jahr erwartet uns. Am 7. Oktober heben wir samt Drahtesel ab nach Bogotà und sagen „Hasta pronto, amigos“!

Endspurt

In den vergangenen Wochen wurde nochmals richtig Gas gegeben und wir können noch gar nicht fassen, wie weit das Schulbauprojekt nun schon fortgeschritten ist.

Die Bilder sprechen für sich…

Trotzdem sind noch einige Arbeiten zu erledigen, bevor das Schulhaus in Betrieb gesetzt werden kann. Wir stecken aktuell in den Vorbereitungen unserer nächsten grossen Velotour, welche wieder als Spendenaktion gestaltet wird. Damit hoffen wir, dass die noch fehlenden Kosten bald abgedeckt werden können und Safisha in naher Zukunft ein neues Zuhause bekommt. Alle Informationen zur Velotour findet ihr auf unserer Webseite. Zudem werden wir euch diesbezüglich in diesem Blog auf dem Laufenden halten.

Bauarbeiten

Wir sind inzwischen schon seit knapp einem Monat in Kenia und durften schon viele Einblicke in die täglichen Arbeiten auf der Baustelle erhalten. Dabei wird uns einmal mehr vor Augen geführt, wie gross Alices Arbeitsaufwand ist. Sie leitet die Bauarbeiten, besorgt die Materialien, überprüft Lieferungen vor Ort, teilt die Arbeitenden auf der Baustelle ein und und und… Ganz zu schweigen von ihrer Funktion als Schulleiterin bei Safisha. Wir ziehen in diesem Zuge alle unsere Hüte vor ihr und sagen: HONGERA!

Der Vorarbeiter auf der Safisha-Baustelle ist John (auch genannt: Baba Alice). Er lebt in Mowlem und ist der Grossvater von einem der Schulkinder. Normalerweise sind die Hälfte der Angestellten auf der Baustelle gelernte Handwerker. Die restlichen Arbeitenden sind jeweils Eltern der Safisha-Kinder und stehen den Handwerkern zur Seite. Bauarbeiten in Kenia werden meistens in Form von Tageslohnarbeiten abgewickelt. Alice gewährleistet stets den Eltern, welche morgens vor der Baustelle auf eine Arbeit warten, den Vorrang. Somit können die Familien unterstützt und die Community gestärkt werden. Es ist sehr beeindruckend, zu sehen, wie alle motiviert mitanpacken.

Viele Abläufe auf der Baustelle sind unseren westlichen Gewohnheiten vollkommen fremd und bringen hie und da verschiedene Herausforderungen mit sich. Beispielsweise wurde kürzlich eine Ladung Sand mit einem LKW geliefert. Sofort versammelten sich viele Locals mit Schaufeln und warteten auf die Arbeitsanweisungen für das Entladen des Sandes, um einen entsprechenden Lohn zu erhalten. Die Bezahlung dieser Arbeit lag nicht in Alices Verantwortung, sondern in derjenigen des Lieferanten. Es begannen sogleich Lohnverhandlungen unter den Beteiligten. Die Diskussionen waren sehr hitzig und bald kam heraus, dass der Lieferant die Männer für einen viel zu kleinen Lohn arbeiten lassen wollte. Da sie dies ablehnten, drohte der Lieferant mit der Polizei. Leider hätte die Anwesenheit der Polizei in diesem Zusammenhang bedeutet, dass die Arbeitnehmenden letzten Endes den Kürzeren ziehen würden. Deshalb griff Alice ein und forderte den Lieferanten dazu auf, seinen Sand wieder mitzunehmen. Nach langem und heftigem Diskutieren setzte sich Alice schliesslich durch und die Arbeitenden wurden angemessen entlohnt.

Für uns ist es eine zwar nervenaufreibende, doch auch spannende und schöne Erfahrung endlich nah bei dem Bau der neuen Schule dabei zu sein. Auch wenn wir während der ersten Monate des Baus stets viel und offen mit Alice kommuniziert haben, schwirrten uns primär Zahlen und Organisatorisches durch den Kopf. Die Anwesenheit vor Ort hat nun eine neue Perspektive in den Vordergrund gerückt. Wir erfahren direkt, wie die Spenden, welche für den Bau aufgewendet werden, nicht nur dazu dienen, dass das Gebäude wächst, sondern die ganze Community gestärkt wird. Viele Familien werden durch die Möglichkeit, auf der Baustelle zu arbeiten, unterstützt. Selbst das Geld, welches für Materialien aufgewendet wird, bleibt meistens bei kleinen Unternehmen in Mowlem. Nicht zuletzt spüren wir hier in Nairobi die ganze Dimension des Safisha-Bauprojekts und sind sehr froh, mitten im Geschehen zu sein.

Wir halten euch auf dem Laufenden und sind nach wie vor dankbar um jegliche Unterstützung. Deshalb: spread the word! 🙂

Besuch der Baustelle von Carmen & Paul

Da sind wir, also. Nairobi. Lange ist‘s her, dass einer von uns zuletzt hier war. Natürlich hat sich vieles verändert. Eine Veränderung aber interessiert uns am meisten und so sitzen wir am Tag nach unserer spätabendlichen Ankunft zusammen mit der Schulleiterin Alice und ihrem Sohn Willy im Auto auf dem ruckeligen Weg in Richtung Mowlem. Willy und Alice sind wohl ebenso aufgeregt wie wir es sind. Die Gegend, in der das neue Schulgebäude steht, kennen wir bereits, da es in unmittelbarer Nachbarschaft zum bisherigen Schulhaus steht. Es herrscht wie immer buntes Treiben. Kinder drängen sich um kleine Shops herum, es wird gehandelt, Waren werden auf Handkarren transportiert, auf kleinen selbstgebauten Grills brutzeln Maiskolben und Hühnchen vor sich und aus allen Ecken wummert Musik. Die Straße wird schlechter, es liegt viel Plastikmüll in der Gegend herum und schließlich halten wir vor einem Gebäude, das uns riesig erscheint und von dem Alice und Willy behaupten, es sei die neue Schule. Wir sind ziemlich fassungslos und ungläubig, doch dann öffnet sich eine Tür im Blechzaun, der das ganze Grundstück umgibt, und eine Frau, die dort momentan auf dem Bau beschäftigt ist, lässt uns hinein. Das Gebäude befindet sich kurz vor Abschluss der vorletzten Bauphase. Das heißt, die Grundarbeiten wie beispielsweise das Hochziehen der Mauern, die Verlegung von Leitungen oder das Einsetzen der Fenster stehen kurz vor der Fertigstellung. Danach muss allerdings noch einiges geschafft werden, bis das Haus beschulbar wird. Dazu zählen Arbeiten wie das Verputzen und Streichen der Wände, die Installation von Wassertanks auf dem Dach, einschließlich der dazugehörigen Pumpe oder das Anbringen von Toiletten und Waschbecken. Alice führt uns durch die Räume, von denen sie bereits eine genaue Vorstellung hat, was dort einmal stattfinden wird. So schauen wir aus dem Fenster des Klassenraums der Pre-Unit oder betrachten die Vorrichtung für Stromleitungen im Office. Die Details der Planung sind genaustens mit dem Bildungsministerium abgestimmt, was zwar viel Arbeit war, aber sehr ratsam ist in einem Land, in dem leider oftmals Korruption und Willkür auf behördlicher Ebene herrschen. Alice führt uns durch die drei Stöcke des Baus und schließlich auf das Dach, von dem aus wir Mowlem überblicken können, das einersteits durch Dust-Roads, Wellblechhütten und Bauruinen auffällt, andererseits durch ein lebendiges Durcheinander, in dem Kinder auf der Straße spielen, Hunde vor kleinen Metzgerbetrieben auf Reste hoffen und trotz der enormen Armut viel Gutherzigkeit in der Luft liegt. Das Haus, auf dessen Dach wir stehen, wird einmal mehr sein als eine Schule. Alice spricht vom „Safisha Center“, wo Kinder nebst Schulbildung und Ernährung eine praktische Ausbildung erfahren, die es ihnen ermöglichen soll, da draußen einen Job zu finden und Geld zu verdienen, um sich eine selbstständige und freie Existenz aufzubauen. Wir sind sehr mitgerissen von Alices Visionen für diesen Ort und wenn wir uns überlegen, dass wir dort oben gerade auf dem Dach eines 3-stöckigen Gebäudes stehen, von dem vor einem Jahr nicht einmal der Grundstein lag, sind wir uns irgendwie gewiss, dass das alles genau so passieren wird. Wir haben mit dem Bau des neuen Schulgebäudes ein Projekt gestartet, mit dem wir uns alle auf Neuland begeben haben. Zudem befindet sich dieses Neuland in einer der schwierigsten Umgebungen, die man sich vorstellen kann. Alice erzählt von Korruption, wie sie sich zunächst weigerte gewisse Bribes, wie die Schmiergelder hier genannt werden, zu zahlen, um schließlich in einer Gefängniszelle einsehen zu müssen, dass es ohne sie nicht geht. Dazu kommt der ganze Organisationsaufwand auf der Baustelle. Es sind Arbeiter verschiedenster Fachrichtungen beteiligt, es müssen Rechnungen geprüft, Material nachgezählt und Kostenvoranschläge ausgehandelt werden. Dazu ist Alice zum Teil selbst zu den Zulieferern gefahren, um Bestellungen zu prüfen. Sie wurde mit irrsinnigen Geldforderungen konfrontiert und musste schnell feststellen, dass ihre ständige Präsenz auf der Baustelle unerlässlich ist, wenn nicht Unsummen versickern sollten. Ein knappes Jahr nach Baubeginn zeigen uns Alice und Willy, was sie geschafft haben und es klingt durch, dass es für sie eine harte Zeit war. Sie sind stolz auf das, was sie dort geleistet haben, aber entschuldigen sich vorsichtig, dass das Gebäude nicht schon fertig ist. Was wir dort sehen, übertrifft unsere Vorstellung davon, in welchen Dimensionen sich der Bau bewegt. Wir sehen ein monumetales Gebäude, das zwar noch in Kinderschuhen steckt, aber bereits von Visionen beseelt ist. Wir sind voller Hoffnung und Entschlossenheit, das Projekt Schulbau in seiner letzten Phase voran zu bringen und den Weg für das Safisha Center in Mowlem zu ebnen. Wir halten euch auf dem Laufenden in Bild und Text.

Baubeginn

Bei Safisha ist in den letzten Monaten viel passiert. Die Zeiten sind von diversen Schwierigkeiten geprägt. Die Lebenskosten in Kenia sind bis zu vier Mal so hoch als vor der Pandemie, Arbeit zu finden ist schwieriger denn je und Existenzängste gehören zum Alltag.

Trotzdem war es inzwischen möglich, das Projekt Schulbau weiter voran zu treiben. Die Bauarbeiten laufen seit Juni auf Hochtouren. Dies ist allerdings auch bitternötig. Die Kinder, welche die aktuelle Safisha Schule besuchen dürfen nämlich momentan keine Prüfungen mehr ablegen, da die Schule die neuen kenianischen Abstandsbestimmungen nicht einhalten kann. Im Folgenden ein paar Impressionen vom Bau:

Wir sind überwältigt, wie weit das Projekt inzwischen fortgeschritten ist und sind jedoch trotzdem dringend auf weitere Unterstützung angewiesen, damit die Kinder weiterhin eine unentgeltliche Schulbildung erhalten können.

Kontaktiert uns gerne für Anregungen, Ideen für Unterstützungsmöglichkeiten oder weitere Fragen zum Projekt. Jede Unterstützung zählt – Spendenbeiträge können gerne auf das Vereinskonto von „Support For Safisha Africa“ einbezahlt werden (https://supportsafisha.org/spenden/).

Vielen herzlichen Dank für eure Unterstützung!